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Zweispänner-Planwagen
auf dem Treck
von Brügge nach Brück
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Für das Europa-Jahr 2009 organisierte der Kaltblut Zucht- und Sportverein Brück e.V., Brandenburg, eine Planwagenfahrt von 11 Zweispännern vom belgischen Brügge über Brüssel, Aachen, Wermelskirchen, Fröndenberg, Wickede-Ruhr, Paderborn, Detmold, Wolfenbüttel, Helmstedt und Magdeburg nach Brück. In rd. 8 Wochen wurde eine Strecke von ca. 1200 km zurückgelegt. Sie begann am 04. Mai auf dem historischen Marktplatz von Brügge und endete am 27. Juni 2009 in der Arena der Rennbahn von Brück, im Landkreis Potsdam-Mittelmark, einer Stadt von ca. 3500 Einwohnern im Amt Brück, dem Bindeglied zwischen dem Fläming und dem Havelland.
2009 ist das Jubiläumsjahr für den Beginn der Besiedlung des Flämings durch die Flamen. Vor 850 Jahren schickte der Askanierfürst Albrecht der Bär zusammen mit dem damaligen Erzbischof von Magdeburg Boten nach Flandern, Seeland und Holland, um die Region des heutigen Fläming mit flämischen und holländischen Siedlergruppen zu besiedeln. 1159 folgten Bürger von Brügge diesem Ruf. Der Name der Stadt Brück und die Bezeichnung Fläming weisen auf diese flämischen Wurzeln hin.

Die Begleitmannschaft teilweise in historischen Gewändern
Die Planwagenfahrt verfolgt geschichtliche, europäische und touristische Aspekte. Um die Erinnerung an diese Besiedlung zu erhalten und bewusst zu machen, dass in Europa immer schon Bevölkerungsgruppen aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat verlassen und sich außerhalb ihrer alten Landesgrenzen niedergelassen und integriert haben, wurde die Idee im Kaltblut Zucht- und Sportverein Brück e.V. geboren, 2009 einen solchen historischen Siedlertreck durchzuführen. Außerdem sollen die unbestrittenen Verdienste der Kaltblüter in der vorindustriellen Zeit als unentbehrliche Helfer der Menschen - als Zug- und Lastenträger - gewürdigt werden. Bis heute haben die Kaltblut-Titanen ihre Kraft, Vitalität und symphatische Ausstrahlung nicht verloren. Das Projekt wurde durch den Fläming-Flandern-Verein e.V., Wittenberg, und den Touristikverband Fläming e.V. und viele Kaltblutfreunde aus ganz Europa unterstützt. Schirmherren der Veranstaltung waren die Ministerpräsidenten der Länder Brandenburg und Flandern.

Pferde und Planwagen dicht nebeneinander

Tränken der Pferde
Am 28. April wurden 11 Planwagen und 25 Kaltblutpferde auf vier Sattelschlepper in Brück verladen. 35 Personen nahmen an dem Projekt als Begleitmannschaft teil. Am 04. Mai, um 10.35 Uhr, verabschiedeten die Vertreter der Stadt Brügge auf dem berühmten Marktplatz vor einer großen Zuschauerkulisse den Zug. Bereits am 13.Mai, um 13.40 Uhr, wurde nach rd. 250 km in Vaals, in Richtung des Aachener Ortsteils Vaalserquartier, die deutsche Grenze überschritten. Die erste Übernachtung auf deutschem Boden fand auf dem bekannten Turniergelände der Aachener Soers statt. Am 20. Mai traf der Treck von Schwerte-Ergste kommend gegen 15.00 Uhr im weiten Rund des Fröndenberger Kettenschmiedemuseums ein.



Nach kurzer Rast weiter in Richtung Wickede/Ruhr


Kurz vor dem Anstieg nach Wickede-Wiehagen
Nach einer fast zweistündigen Pause und Stärkung von Tieren und Menschen ging es dann auf einer Nebenroute an der Ruhr entlang nach Wickede/Ruhr, und anschließend zum Reiterhof Theo Arndt nach Wickede-Wiehagen. Dort wurden die Pferde ausgespannt, mit Wasser versorgt und gefüttert, anschließend auf mehrere Paddocks verteilt. Jagdhornbläser des Hegerings Werl umrahmten die offizielle Begrüßung der Tourteilnehmer durch die Gemeinde Wickede. Aufgrund der starken Presseankündigung am Vortage waren viele Zuschauer gekommen. Am nächsten Morgen zogen die Wagen dann den Haarstrang hinauf, über das Gebiet der Stadt Werl nach Welver. Dort wurde erneut übernachtet, anschließend fuhr der Treck Richtung Lippstadt.

Auf dem Reiterhof Theo Arndt in Wickede-Wiehagen, die Pferde sind ausgespannt

Gleich werden sie abgespritzt
Am 27. Juni erfolgte nach rd. 1200 km die Ankunft in Brück und der feierliche Einzug in die Arena der „Titanen der Rennbahn“. Die Begeisterungsstürme der Zuschauer wollten nicht enden. Herzlich bedankte sich die Bevölkerung bei der Begleitmannschaft und den Tieren für die Durchführung des Projekts und die ertragenen Strapazen.
Informationen
www.titanen-on-tour.eu
www.TitanenderRennbahn.de