| www.welsh-pony.de | ||
Nach herausragender internationaler KarriereFranz-Josef Lehmkuhl
| ||
![]() Franz-Josef Lehmkuhl mit der Silbermedaille bei den WM in Münster-Greven |
||
| Text und Fotos: Eberhard Holin | ||
|
Nach erfolgreichem Auftritt bei den Weltmeisterschaften der Pony-Fahrer im münsterländischen Greven verabschiedete sich Franz-Josef Lehmkuhl, einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Pony-Einspännerfahrer, mit der Einzelmedaille in Silber gegen 33 Mitbewerber (davon 28 aus dem Ausland) in den verdienten „Un“-Ruhestand. Wenige Wochen zuvor hatte er sich auch schon im Rahmen der Deutschen Meisterschaften der Pony-Fahrer beim Bundesvergleichskampf in Minden-Kutenhausen mit der Silbermedaille geschmückt, ein beredtes Zeichen für den kontinuierlich hohen Leistungslevel, über den der 61-jährige Ausnahmefahrer verfügt. Der weit über die Grenzen seines engeren Heimatbereichs bekannte Pony-Fahrer blickt auf eine 25-jährige Fahrerkarriere zurück, die ihn zu einer der markanten Größen im nationalen und internationalen Pony-Fahrsport machte.
Ende der 50-er Jahre war es in der Bauernschaft Emsdetten-Hembergen, dem Heimatort von Franz-Josef Lehmkuhl, üblich, dass die Schulkinder als Helfer in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Als Zwölfjähriger konnte er bei einem Landwirt Feldarbeiten mit einem Kaltblüter erledigen. Später halfen ihm dabei ein Hannoveraner und ein Westfale, eigentlich eine Seltenheit, da zur damaligen Zeit in dem Dorf nur Kaltblüter oder die sogenannten „Kleinen Münsterländer" zum Einsatz kamen (heimische Arbeitspferde, Nachkommen der „Platten Münsterländer mit belgischem Kaltbluteinschlag"). Internationale Karriere im FahrsportMit vierzehn Jahren begann Franz-Josef die Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur. Nach dem Besuch der Berufsaufbauschule, der Ableistung des Wehrdienstes und dem Bestehen der Meisterprüfung, startete Franz-Josef Lehmkuhl seine sportliche Karriere zunächst im Reitsport als Späteinsteiger mit dem Westfalen „Lord“. 1985 bekam er sein erstes eigenes Pferd, den dreijährigen „Neptun“, einen Schimmelwallach. Dieser wurde von ihm später auch zum Kutschfahren angespannt. Gleichzeitig erwarb er von seinem Nachbarn die beiden Ponyfohlen „Nogger“ und „Nando“. 1986 startete er mit „Neptun“ erstmalig auf einem Fahrturnier der Kat C. Die erzielte Platzierung sollte die Initialzündung für eine herausragende Fahrkarriere werden, die ihn international bekannt gemacht hat. 1988 lernte er seine Frau Babette kennen, die ihr Pony „Nepomuk“ mit in die Ehe brachte. Mit den zwischenzeitlich eingefahrenen Ponys „Nogger und Nando“ und „Nepomuk“ begann sein Aufstieg als Pony-Fahrer, ausschließlich ein- und zweispännig, die ihn zu allen großen Turnierveranstaltungen im In- und europäischen Ausland führten.
Nepomuk hatte 16-jährig seinen letzten Einsatz auf dem ersten Bundesvergleichskampf in Marbach. Er verstarb im Alter von 33 Jahren. Bei den Pony-Zweispännern gewann Franz-Josef Lehmkuhl nach Silber 1999 und 2000 mit Noman (Holländer o. P ) und dem Ponyhengst Night Moon 2001 in Greven die Deutsche Meisterschaft. 2000 und 2003 holte er bei den Zweispännern auch die NRW-Meisterschaften. Als Ersatz für Nepomuk folgte der vierjährige Nesquik. Von der Familie Bitting, Metelen, wurde ihm zusätzlich Maverick zur Verfügung gestellt, der später in seinen Besitz überging. Mit Night Moon im Einspänner und Noman, Nesquik und Maverick im Zweispänner konzentrierte er sich auf die anstehenden Weltmeisterschaften. 2003 und 2005 konnten er sich mit beiden Anspannungen für die Teilnahme an den WM qualifizieren. 2005 holte er mit der Mannschaft die Goldmedaille in Catton Hall/GBR. Mit Night Moon qualifizierte er sich für die Teilnahme an den WM in Dorthealyst/Dänemark. Wegen einer Verletzung seines Ponys im Trainingslager konnte er jedoch nicht antreten. Die Silbermedaille holte er dann mit Maverick auf der WM 2009. Nach diesem Erfolg wechselte der jetzt 12-jährige Ponyhengst in den Fahrstall Weihe nach Minden-Kutenhausen.
Franz-Josef Lehmkuhl hat sich aus dem Bundeskader abgemeldet. Jetzt trainiert er den fahrerischen Nachwuchs des RuF Emsdetten und die FahrerInnen einiger Nachbarvereine. Zusätzlich ist er als Parcourschef tätig, außerdem gibt er Fahrkurse zum Erwerb der Fahrabzeichen der Kl. 4 u. 3. Inzwischen stehen auch wieder zwei junge deutsche Reit-/Fahrponys in seinem Stall, die einspännig eingefahren werden. Ungezählt sind seine Starts und Erfolge auf den Sichtungen, den nationalen und internationalen Meisterschaften und auf den weiteren Fahrturnieren der Klasse S. Sein exzellentes fahrerisches Vermögen und sein Markenzeichen, das „gelbe Outfit“, wird auf den Fahrturnieren fehlen. Keine Frage, Franz-Josef Lehmkuhl hat sich um den nationalen und internationalen Fahrsport verdient gemacht. vgl. auch Pferdeanzeiger, Ausg. 11/2009, S.77
|
||