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Riesenbeck
Ein Amerikaner gewinnt
das Deutsche Fahrderby 2008

Anspruchsvolles fahrerisches Beiprogramm
für Pferde-Zwei- und Pony-Vierspänner

Text u. Fotos Eberhard Holin

Das Deutsche Fahrderby besteht aus einem Mix von 5 Teilprüfungen (Gebrauchsprüfung für Zweispänner, Dressurprüfung für Zweispänner, Dressurprüfung und Gelände- u. Streckenfahrt, Hindernisfahren für Vierspänner). Die Fehlerpunkte in den Teilprüfungen werden nterschiedlich gewichtet (In der Gebrauchsprüfung für Zweispänner mit 1, in der Dressurprüfung für Zweispänner mit 1,5, in der Dressur für Vierspänner mit 2, im Marathon mit 4 und im Hindernisfahren mit 3 multipliziert, und dann addiert). Sieger ist der Teilnehmer mit den wenigsten Strafpunkten.


Georg von Stein


Jozsef Drobovitz jun.

Insgesamt wurden 23 Teams für das Deutsche Fahrderby gewertet, davon stammten 13 aus Deutschland. Der beste deutsche Fahrer, Ludwig Weinmayr, kam im Derby auf den 6. und Rainer Duen auf den 8. Platz. In ihrem 50. Jubiläumsjahr siegte in dieser sicher prestigeträchtigsten deutschen Fahrveranstaltung der 33-jährige US-Amerikaner Chester C. Weber, der bereits 2004 die begehrte Trophäe erstmals in Empfang nehmen konnte. Mit einem Abstand von 28.59 Punkten verwies er den Sieger des Vorjahres, den Doppelweltmeister Thomas Eriksson aus Schweden, auf den zweiten Platz. Aufgrund seiner beiden Siege in der Gebrauchs- und Dressurprüfung für Zweispänner und seines Sieges in der Dressurprüfung für Viererzüge, konnte Chester C. Weber, einen 6. Platz in der Marathonfahrt und zwei Abwürfe und einige Zeitfehler im Hindernisfahren gut verkraften, ohne seinen Triumph in der Jubiläumsveranstaltung zu gefährden. Der Amerikaner ist ein Schüler von Michael Freund, der den Titel des Derby-Siegers selbst 2005 und 2006 geholt hatte. Auch auf den dritten Platz kam ein weiterer US-Amerikaner, Tucker Johnson, ebenfalls ein Schüler von Michael Freund. Fredrik Persson, Schweden, Jozsef Dobrovitz, Ungarn, folgten auf den weiteren Plätzen. Man darf auf die kommenden Weltmeisterschaften in Holland gespannt sein, wenn die deutschen Fahrer auf diese ausländischen Leistungsträger treffen. Die Ergebnisse der Kombi in Riesenbeck bedeuteten für die Pferde-Vierspänner die dritte Sichtung für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften vom 3.-7. September im holländischen Beesd.


Theo Blumschen


Amely von Buchholtz

Der Fahrausschuss des DOKR hat folgende Fahrer in das deutsche Team für die WM berufen: Michael Brauchle, Christoph Sandmann, Ludwig Weinmayr. Einzelfahrer ist Christian Plücker, Ersatzfahrer wurden Christian Scheid und Josef Zeitler.

In den international ausgeschriebenen Disziplinen der Kombi-S für Zweispänner waren 31 Gespanne angetreten. Hier siegte Klaus Tebbe/Neuenkirchen (Dressur 3. Pl., Gelände 3. Pl., Hindernisfahren 7.Pl.) vor Rudolf Huber/Stuhr (Dressur 5. Pl., Gelände 1. Pl., Hindernisfahren 1.Pl.) und dem Holländer Harry Verstappen. 29 Teams wurden platziert.

Martin Thiemann/Saerbeck siegte bei den Pony-Vierspännern


Martin Thiemann

In der Kombi-S für Pony-Vierspänner starteten 15 Gespanne, darunter der Deutsche Meister 2006/2007 der Pony-Vierspänner Tobias Bücker aus Emsdetten, sein ewiger Konkurrent Martin Thiemann aus Saerbeck, der ehemalige mehrfache deutsche Meister Abel Unmüssig aus Ba-Wü und Dr. Dirk Timmermann aus Cuxhaven, bekannter und erfolgreicher Pony-Fahrer.


Michael Broger mit Welsh-Cobs


Michael Coenen aus dem Rheinland


Karl-Heinz Wanstraht mit Welsh-B-Ponys

12 Teams kamen in die Endabrechnung. Der Sieg ging an Martin Thiemann/Saerbeck (Dressur 5. Pl., Gelände 1. Pl., Hindernisfahren 6. Pl.). Es folgten Dr. Dirk Timmermann/Altenbruch (Dressur 1. Pl., Gelände 8. Pl., Hindernisf. 7. Pl.) und Tobias Bücker, Emsdetten (Dressur 2. Pl., Gelände 5. Pl., Hindernisf., 5. Pl.). Abel Unmüssig, Ba-Wü, Florian Wißdorf/Rheinland, und Steffen Brauchle, Ba-Wü, folgten auf den weiteren Plätzen. Tobias Bücker hatte in der Dressur die drei Weser-Ems Ponys Tizian, Tigris u. Titano und im Gelände die beiden Tiziansöhne Tivoli und Tigris (alle Welsh-B-Ponys) angespannt. Für alle Teilprüfungen hatte der fahrtüchtige Zahnarzt Dr. Dirk Timmermann seine beiden Welsh-Cobs und seine zwei Haflinger angespannt. Fuhr er früher die beiden Haflinger als Vorderpferde, so hatte er später die Haflinger und Welsh-Cobs diagonal vor seinem Wagen. Seit dem letzten Jahr fährt er nun seine vier Pferde in einer neuen Variante. Jetzt gehen die beiden Haflinger und Welsh-Cobs jeweils hintereinander.

PferdeAnzeiger. 9/2008, S.


Dr. Dirk Timmermann, 2 Welsh-Cobs, 2 Haflinger