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Text: Eberhard Holin, Fotos: Andreas Zühlke
Jedes Jahr findet in der Parklandschaft von Windsor Castle die Royal Windsor Horse Show statt. Diese Veranstaltung ist eine Kombination von Party, Shopping und den unterschiedlichsten sportlichen und züchterischen Darbietungen, die sich im Laufe der Jahrhunderte in Great Britain teilweise aber auch auf dem Kontinent rund ums Pferd bzw. Pony gebildet haben, und die vielen deutschen Welsh-Züchtern von ihren Besuchen deutscher Turniere und der Royal Welsh Agricultural Show und der Royal of England bekannt sind

Die Queen
An den Fahrklassen nehmen traditionell jedes Jahr Fahrer aus der Schweiz, Österreich, Frankreich, Holland, Belgien, Irland, Schweden, der USA und Deutschland teil.
Heinrich Kemper, erfolgreicher Fahrer vom RuF Wettringen, belegte in der Kombi-Prüfung für Pferde Zweispänner den 5.Platz (10.Pl. Dressur, 5.Pl. Marathon, 3.Pl. Hindernisf.).
Max Dankel, Vechta, belegte in der Kombi-Prüfung für Pferde Vierspänner den 11. Pl. (20. Pl. Dressur, 10. Pl. Marathon, 6. Pl. Hindernisf.).
Rene Pönsgen belegte den 13. Pl. (14. Pl. Dressur, 11. Pl. Marathon, 14. Pl. Hindernisf.).

Die Queen gratuliert Karl-Heinz Wanstraht
zu seinem Gesamtsieg in der Kombi-Prüfung
Im Vorfeld der Weltmeisterschaften für die Ponyfahrer war aus Deutschland Karl-Heinz Wanstraht vom RuF Fürstenau auf die Insel gekommen. Seit einigen Jahren fährt er recht erfolgreich das Welsh-Gespann von Wolfgang Berning, Castrop-Rauxel. Dem Lagermeister aus dem Hafen von Bramsche sollte vor der historischen Kulisse von Windsor Castle eine gelungene Demonstration für das hohe Leistungsniveau der deutschen Pony-Vierspänner gelingen. Im Rahmen des Internationalen Driving Grand Prix war entsprechend der Regularien der FEI ein C.A.I.P. der Category A ausgeschrieben (Concours d` Amiti? international Pony) , der in allen Teilprüfungen dem Leistungsniveau unserer schweren Klasse S entspricht.

Karl-Heinz Wanstraht im Gespräch mit der Queen

Queen Elisabeth II., Prince Philip Mountbatton, Karl-Heinz Wanstraht und
Beifahrerin Lena Salla
Karl-Heinz Wanstraht hat in seiner bisherigen fahrerischen Laufbahn mehrfach Marathon- und Hindernisprüfungen gewonnen. Zum ersten Mal schaffte er es nun „auf dem grünen Rasen von Windsor“ in der Dressur mit 57.73 Punkten und deutlichem Abstand (4.73) gegenüber der Zweitplatzierten aus den USA den Sieg zu erringen. Die beste Dressur, die er bisher gefahren hat, ein herausragender Auftakt, den er so deutlich nicht erwartet hatte. Da störte es im Endergebnis nicht besonders, dass er während der Marathonfahrt im sechsten Hindernis wegen einer versuchten Verweigerung seiner beiden Vorderpferde bei einer Tordurchfahrt Zeit verlor und daher „nur“ den dritten Platz erreichen konnte. Beim Hindernisfahren band er dann den Sack endgültig zu. Als einziger Teilnehmer blieb er ohne Abwurf, obwohl es „Katzen und Hunde regnete“, und mit der kürzesten Zeit holte er sich auch in dieser Teildisziplin den Sieg. Damit hieß der Sieger der Kombi-Prüfung Karl-Heinz Wanstraht aus Germany.

Die Neue Osnabrücker Zeitung schreibt (Ausgabe Bersenbrücker Kreisblatt v. 19.05.2007):
RFV Fürstenau: Wanstrath gewinnt Konkurrenz im Schlosspark in Windsor „Elizabeth II. ist eine ganz patente Frau“
FÜRSTENAU/WINDSOR. Es ist nicht überliefert, ob sich Karl-Heinz Wanstrath derzeit noch die Hände wäscht. Vermutlich nicht. Schließlich hat Queen Elizabeth ihm die Hand gedrückt. Und das nicht ohne Grund. In ihrem Schlosspark in Windsor gewann er die internationale Pony-Vierspänner-Konkurrenz. Ein bisschen geplaudert haben die beiden auch. Das Fazit von Karl-Heinz Wanstrath, der für den RFV Fürstenau startet: „Die Queen ist eine ganz patente Frau.“
Der Triumph im Schlosspark der Queen hatte sich eine Woche vorher noch nicht angedeutet. Die erste Weltmeisterschaftssichtung der Pony-Vierspänner in Emsdetten lief für Karl-Heinz Wanstrath vom RFV Fürstenau nicht gut. „Ich hätte besser zu Hause bleiben können,“ schimpfte er nach Rang 14 bei 32 Startern. Bundestrainer Ewald Meier tröstete ihn und war sich absolut sicher, dass es beim nächsten Wettbewerb besser laufen würde. Ewald Meier sollte recht behalten.
Karl-Heinz Wanstrath trumpfte wenig später im Schlosspark richtig auf und gewann mit fünf Punkten Vorsprung die Konkurrenz. Erstmals in seiner Fahrsportkarriere siegte der Fürstenauer zum Auftakt der Teilprüfung Dressur. 57,73 Punkte bedeuteten die beste Dressur, die der Lagermeister je gefahren hat. „Ich war damit mehr als zufrieden. Ab und zu braucht man so ein Windsor-Erlebnis“, erklärte er locker. Und wäre er nicht im sechsten von acht Geländehindernissen hängen geblieben, hätte er wie gewöhnlich auch die Teildisziplin Marathon gewonnen. So reichte es trotz fünf Bestzeiten und zwei zweiten Rängen „nur“ zu Platz drei. Das Kegelhindernisfahren zum Abschluss war trotz der Konkurrenz durch das niederländische, US-amerikanische und französische Meistergespann eine Wanstrath-Domäne. Er gewann die Gesamtwertung vor dem Niederländer John van Dorresteijn, dem Amerikaner Laurie Astegiano und dem Briten Colin Allen.

Beim Kegelfahren

Im warmen Regen auf dem schönen Rasen von Windsor Castle
Karl-Heinz Wanstraht mit den Welsh-Ponys von Wolfgang Berning
Dann die Siegerehrung. Die Queen, gerade aus den USA vom Bush-Besuch zurück, drückte Wanstrath persönlich die Hand. „Sie hat ein bisschen mit mir über Pferde geredet“, berichtete Karl-Heinz Wanstrath. Begeistert sei die Monarchin gewesen, dass er nur englische Welsh-Ponys im Gespann habe. Als die Königin dann noch erfahren habe, dass zwei Wanstrath-Ponys von der Insel kämen, habe sie sich besonders gefreut. „Die Begegnung nimmt mir keiner“, lächelte Karl-Heinz Wanstrath.
Pfingsten steht für den Kaderfahrer in Minden-Kutenhausen die zweite WM-Sichtung an. Das WM-Team für Dänemark wird Ende Juli nominiert. Wanstrath hofft dabei zu sein. (Kon)
Quelle: Übernahme mit freundlicher Genehmigung der Redaktion
Aus: Neue Osnabrücker Zeitung, Ausgabe Bersenbrücker Kreisblatt v. 19.05.2007