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Text u. Fotos: Eberhard HolinDie Säulen der deutschen Pferde- und Pony-Zucht sind die bei der FN organisierten Zuchtverbände. Daneben haben sich zahlreiche Züchter und Freunde spezieller Pferde- und Pony-Rassen zu Interessengemeinschaften zusammengeschlossen, um für die Belange ihrer speziellen Zucht nach Innen und Außen eine Gesprächsplattform zu schaffen und einen Informationsaustausch zu gewährleisten, gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln und neue Adressaten zu gewinnen. Ein ideales Mittel, um die Züchter immer wieder für die Belange der eigenen Rasse und Zucht zu sensibilisieren und um neue Enthusiasten für ihre Zuchtprodukte zu gewinnen, sind die im jährlichen Rhythmus von den Zuchtverbänden regelmäßig durchgeführten Zuchtschauen.
Aber nicht nur die FN und die großen Zuchtverbände, sondern auch die meisten Interessen- gemeinschaften veranstalten in den Sommermonaten regionale Zuchtveranstaltungen und in der Regel auch Bundesschauen, um ihre eigene Mitgliedschaft zu mobilisieren und die Öffentlichkeit über ihre Zuchtprodukte zu informieren. Anfang Juli hatte die Regionalgruppe Weser-Ems der IG Welsh zu ihrer jährlichen Welsh-Zuchtschau ins Reiterwaldstadion des Pferdezentrums Vechta geladen. Als Richter fungierte Hermann Schmitt, Gründungsvorsitzender der IG Welsh, langjähriger Richter der IG Welsh, auch auf walisischen Welsh-Schauen als Richter bestens Zuhause und Ehrenmitglied der Welsh Pony and Cob Society(WPCS). Insgesamt waren in den Zuchtklassen 87 Welsh aller vier Sektionen angetreten, darunter 9 Welsh-Partbreds. Mit 49 Tieren (56,32%) stellten die Welsh-As das stärkste Kontingent, gefolgt von den Welsh-Bs mit 20 Tieren (rd. 30%).
Sektionssieger Welsh-A und späterer Tagessieger (Best Pony of the Show) wurde der 10-jährige Schimmelhengst H-S Owen, ein Sohn des bekannten Bengad Damask Oak, Züchter Heinz Spiekermann, Bochum, Besitzer ist das Ehepaar Ulrich u. A. Hagedorn in Neuenkirchen-Vörden. Mit Friars Yvette, einem bewegungsfreudigen Dunkelschimmel, stellte die Sektion A auch den Reserve Sektions- und Reserve Tagessieger. Die 3-jährige Stute imponierte durch Typ und raumgreifende Trabaktion. Ihr Besitzer ist Helmuth Loerts aus Großefehn. Von der 9-köpfigen Hengstfohlenklasse stammten allein sieben von Leybuchthengsten und von den fünf vorgestellten Stutfohlen hatten drei Leybuchthengste zum Vater. Fohlensieger wurde Störtebekers Brandino(B), Züchter u. Besitzer Adolf Müller aus Leybuchtpolder. Die Klasse der 7-jährigen und älteren Stuten mit Fohlen zählte 8 Teilnehmerinnen. Hier setzte der Richter Linebrok Alice von Renkant`s Marco an die erste Stelle, Züchter Siegfried Suhr, Besitzer Caroline Wallays, Wildeshausen.
Sektionssieger Welsh-B wurde die 3-jährige braune Red Flower Nancy a.d. vorjährigen Bundessiegerin Hoekhorst Natalie of Rose, gezogen von Christian Blümle/Ba-Wü. Besitzer ist die ZG Michelbrand, Rechterfeld. Der Titel der Reserve Siegerin fiel an Steehorst Bianca, Besitzer Johannes Krone, Dinklage. Mit seinen beiden herausragenden Zuchtprodukten Golden Moonlight und ihrem Sohn Golden C` Goleo, stellte das Welsh-C-Gestüt Golden C von Michael Schmidt, Korschenbroich/Rheinland, den Sektionssieger C und den Jugendsieger. Reserve Jugendsieger wurde die 2-jährige bildhübsche Nevada von Priestwood Puncinello, Züchter- und Besitzerin Jutta Onken Jever. Bei den Welsh-Cobs holte sich mit dem Hengst Bonfire und ihrer Stute Foxglen Acclaim Monika Eickenberg-Kostin aus Engeln/Hannover beide Titel. Sieger Welsh-Partbred wurde Dappere Dodo, Besitzer Hubert Holzenkamp, Vechta. Eine Führzügelklasse und ein Junior Handling rundeten das Zuchtprogramm ab.
Bemerkungen
Der Besuch der Regionalschau Weser-Ems hat erneut Freude gemacht. Die große Zahl der vorgestellten Welsh-As war unübersehbar. Es zahlt sich offensichtlich aus, dass das Welsh-A-Gestüt Leybucht durch seine ständige regionale, bundesweite und auch internationale Präsenz eine deutliche Mobilisierung neuer Interessenten für das wohl „typischste Welsh-Pony“ erreicht hat. In den beiden Welsh-A-Fohlenklassen wurden insgesamt 14 Fohlen vorgestellt, und in den beiden Stutenklassen mit Fohlen 11 Teilnehmerinnen. Insgesamt präsentierten sich 29 Welsh-A-Stuten in den verschiedenen Klassen (Stutfohlen nicht mitgezählt). Hermann Schmitt sprach von einer „überragenden Qualität“, die „bei den Fohlen und den erwachsenen Stuten und Hengsten besonders deutlich“ zu verzeichnen ist. Ergänzend sei darauf verwiesen, dass seit knapp zwei Jahren im derzeit einzigen auf Bundersebene in der S-Klasse agierenden Welsh-Mountain-Viererzug von Tanja-Schmelz-Ehlert aus Lauterbach/Hessen mit Leybuchts Reon von Colne Rocket (und den beiden von Wilhelm Schwindt gezogenen Welsh-As Erlensee Crusader u. Erlensee Jamboree) ein von Enno Siemers gezogener Welsh-A-Wallach gefahren wird, der sich zusammen mit seinen vierbeinigen Kameraden unter den Leistungsanforderungen der schweren Fahrklasse als besonders geeignet für den Einsatz im Gelände erwiesen hat (Bei den Deutschen Meisterschaften der Pony-Vierspänner 2007 hat Tanja Schmelz-Ehlert bei 16 Teilnehmern im Hindernisfahren mit ihren Welsh-As mit 0-Fehlerpunkten und der kürzesten Zeit den Sieg errungen). Bei den Welsh-Bs waren in der Fohlenklasse vier Fohlen (3H/1Stu.) angetreten und in der einzigen Klasse der Stuten mit Fohlen nur zwei Stuten. In der vierköpfigen Klasse der 1-2-jährigen Stuten und Hengste wurden vier Stuten vorgestellt, kein Hengst, und in den beiden Stutenklassen ohne Fohlen insgesamt neun Stuten. Darunter auch die bekannte Steehorst Bianca v. Eyarth Harlekin, Mutter des einzigen präsentierten Welsh-B-Hengstes Timing von Tizian. Timing ist gekört. Die Vertreter der Sektion C kamen ausschließlich aus dem Rheinland, aus dem Zuchtbereich Weser-Ems war kein Welsh-C angetreten. Die Sektion D wurde durch zwei Fohlen, vier Stuten und einen Hengst repräsentiert. Von diesen sieben Tieren sind vier beim Pferdestammbuch Weser-Ems eingetragen. Beim Pferdestammbuch Weser-Ems waren Ende Dezember 2006 registriert:
Insgesamt waren 320 Welsh-Stuten und -Hengste eingetragen. Mit 141 eingetragenen Stuten und Hengsten verzeichnet auch 2006 das Zuchtgebiet Weser-Ems den stärksten Bestand an Welsh-Bs vor allen anderen deutschen Zuchtgebieten. Die geringe Anzahl der bei der Regionalschau Weser-Ems ausgestellten Welsh-Bs macht deutlich, dass eine große Zahl von Welsh-B-Züchtern und -Haltern für eine Beteiligung an der Schau nicht zu moblisieren war. Über diese Tatsache tröstet auch das noch magerere Ergebnis der Bundesschau 2006 nicht hinweg. Dort betrug die Zahl der angetretenen Welsh-Bs lediglich 13 Tiere. Diese Situation zeigte sich auch bei anderen Regionalschauen in 2006, „Den gravierendsten Einschnitt gab es (2006) in der Sektion B, hier wurden 44 Tiere weniger als 2005 ausgestellt.“ Diese Distanz zum Schauwesen der IG Welsh deckt sich mit den massiven Einbrüchen der letzten Jahre bei der Anzahl der registrierten Welsh-B-Bestände bei den meisten deutschen Zuchtverbänden.** Wann haben sich Zuchtausschuss oder Vorstand der IG Welsh mit dem immer stärker werdenden Desaster der Sektion B beschäftigt? Ist in der Verbandspolitik der IG eine Antwort auf diese Entwicklung zu finden?
eho * Vgl. Bericht Rosenthal, F., Das Welsh-Schaujahr 2006 in der Statistik, in: Welsh-aktuell, März 2007, S.27-29. **Vgl. Bericht: Holin,E.,Verteilung der Hengste u. Stuten in Westfalen u Rheinland, 2004,und Holin, E., Bemerkungen zur Welsh-Statistik 2006, Teil I/II, im Archiv/Berichte auf dieser Website.
![]() H-S Owen(A) und Friars Yvette(A) TagessiegerGelungene Welsh-Zuchtschau in Vechta/Weser-Ems
Holtkamp Caligula(D)
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