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Die Deutschen Meister der Pony- und Pferde-Vierspänner 2006
v. li. Th. Köppen, R. Duen, T. Bücker, M. Freud, M. Thiemann, Chr .Sandmann
Text und Fotos: E. Holin
Riesenbeck.
Vom 1. bis 4. Juli 2006 fanden im westfälischen Riesenbeck neben dem Deutschen Fahrderby/Viererzüge international, Zweispänner international und Tandemfahren die Deutschen Meisterschaften für Pony- und Großpferde-Viererzüge statt. Außerdem gingen auf den Spring- und Dressur-Plätzen im Rahmen des Riesenbecker Jugend-Reitsportfestivals zahlreiche Pony- und Großpferdereiter an den Start, um sich in Prüfungen von Kl. L bis Kl. S zu messen. Von den insgesamt 44 Prüfungen waren 18 Fahrprüfungen.
In diesem Jahr hatte der Zucht-, Reit- und Fahrverein Riesenbeck mit dem herrlichen Wetter endlich das große Los gezogen, war doch in den vergangenen Jahren das Riesenbecker Turnier oft im Regen versunken.
Im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften für Pony-Vierspänner hatten sich die beiden westfälischen Spitzenfahrer ihre späteren Erfolge noch nicht träumen lassen. Eher zurückhaltend äußerten sie sich zu möglichen meisterlichen Platzierungen. Beide wissen aus gemeinsamer Erfahrung, die meisten Fahrer, die am Riesenbecker Turnier teilnehmen, kommen ins westfälische Fahr-Mekka, um zu gewinnen, ganz besonders, wenn es sich dabei noch um eine Deutsche Meisterschaft handelt. Eine Portion Glück gehört immer dazu, um ganz vorn zu landen.
Auch im Fahrsport für Ponys zieht das Leistungsniveau weiter an. So hatte sich denn auch in diesem Jahr die gesamte Elite der deutschen Pony-Vierspännerfahrer in das wieder hervorragend aufgemachte Fahrgelände im Schatten der Surenburg aufgemacht, angefangen von Turbo-Gerhard (Gerich) aus Klötze/Sachsen-Anhalt bis hin zu Karl-Heinz Wanstraht aus Fürstenau/Weser-Ems etc. In Riesenbeck galt es einen neuen Deutschen Meister zu küren.

Der neue Deutsche Meister Tobias Bücker mit vier Welsh-B-Ponys
bei der Einfahrt ins Wasserhindernis
Der Sieger des Vorjahres Dirk Gerkens, Paderborn, auch DM des Jahres 2003, ist ins Großpferde-Lager gewechselt. Insgesamt waren 19 Mannschaften angetreten, darunter vier aus den neuen Bundesländern. Vier westfälische Teams waren am Start: Ralf Figge v. ZRV Uentrop e.V., Dr. Doris Kleffken-Wiederhold v. RFV St.Martin-Greven-Bockholt, Tobias Bücker v. RV Emsdetten und Martin Thiemann v. RV St.Georg Saerbeck.

Tobias Bücker vor einer Toreinfahrt
Die Marathonfahrt schlug viele Zuschauer in ihren Bann. Der Veranstalter hatte die Strecke neu konzipiert, besonders das Wasserhindernis hatte einen gelungenen Umbau erfahren. Insgesamt waren rd. 15 km zu fahren und sieben Hindernisse zu bewältigen. Viel Pech hatte Dr. Dirk Timmermann, dem nach der Dressur Führenden in der DM-Wertung. Das rechte seiner hinteren Ponys war beim FIEGE-Hindernis auf der Brücke ausgerutscht und hatte dabei über die Bracke getreten, das Verbindungsstück zu den Vorderpferden. Die Beifahrerin musste vom Bock, um den Strang zu lösen, entsprechende Strafpunkte waren die Folge. In dieser Prüfung fuhr Martin Thiemann den Sieg souverän nach Hause. Auf den Plätzen folgten Karl-Heinz Wanstraht, Thomas Köppen, Diethelm Kneifel, Tobias Bücker.
Das Ergebnis beim Hindernisfahren: 1. Pl. Diethelm Kneifel, 2. Pl. Thomas Köppen, 3. Pl. Dr.Dirk Timmermann, 4. Pl.Martin Thiemann, 5. Pl. Gerhard Gerich, 6. Pl.Tobias Bücker

Dr. Dirk Timmermann scheut kein Wasser

Martin Thiemann steht zum zweiten Mal nach 2004 auf dem Siegerpodest
Welsh-B-Ponys auf großer Fahrt
Tobias Bücker hatte in der Dressur Harry(Welsh-B) von Hasko, Mutter v. Shalom, Tigris und Tivoli (beide Welsh-Bs) und Joldis Guiseppe, ein Welsh-Partbred angespannt. Tigris und Tivoli stammen vom Welsh-B-Hengst Tizian, einem Sohn des Elphicks Facade, gnt.Titus. Titus, inzwischen 22 Jahre alt, wird in Weser-Ems als Deckhengst gut frequentiert. Joldis Guiseppe hat FS Golden Highlight zum Vater, der besonders im Rheinland und in Holland als guter Reitpony-Vererber von sich reden macht. Im Marathon hatte Tobias Bücker J. Guiseppe durch Chico B ersetzt, einen 16jährigen Welsh-B v. Copper. In den letzten Jahren hat Toby Bücker mit größeren Reitponys in seinen Vierspänner experimentiert (FS Challenger u. Paint Rush).
Gerhard Gerich hatte mit seinen erfolgreichen großen DDR-Ponys zu diesen Bemühungen vielleicht die Impulse gegeben. Inzwischen schwört Tobias Bücker jedoch wieder ausschließlich auf den Einsatz von Welsh-B-Ponys. „Die sind wendig und absolut klar im Kopf, besonders die Tizian-Abkommen aus dem Gestüt von Johannes Krone aus Dinklage/Weser-Ems“, so der frischgebackene neue Deutsche Meister. In wenigen Tagen wird ein weiterer Sohn des Tizian (4 Jahre alt) in die bückersche Pferdeherde übernommen.
Ergebnisse: Dressur 2.Pl., Gelände 5.Pl., Hindernisfahren 6.Pl.

Dieter Höfs bei der Einfahrt ins Wasserhindernis
Dieter Höfs vom LRFV Weil der Stadt/Ba-Wü, hatte im Gelände neben seinen bekannten Welsh-Bs Conway 15, Thunderlate und Wohld Nelson ein DR angespannt, Lake. In der Dressur hat er statt Thunderlate den holländisch gezogenen Welsh-B Zandberg`s Senor gefahren.
Ergebnisse: Dressur 16. Pl., Marathon 9. Pl., Hindernisfahren 8. Pl., Endergebnis 10. Pl.

Für Karl-Heinz Wanstraht 2.Pl. beim Marathon
Karl-Heinz Wanstraht fuhr im Marathon die drei Welsh-Bs Bodethal`s Charlie Brown, Pedro und Peppino. Außerdem hatte er Windsor angespannt (ohne Papiere). In der Dressur hatte er statt Pedro Manny9 eingesetzt (ohne Papiere).
Ergebnisse: Dressur 13. Pl., Marathon 2. Pl., Hindernisfahren 13. Pl., Endergebnis 8. Pl.

Ralf Figge mit seinen Welsh-C-Ponys beim Kegelfahren
Ralf Figge aus Welver hatte die Welsh-Cs Calon3, Cash28, Dillyn Donner und SHE Lucky Boy eingesetzt.
Ergebnisse: Dressur 11. Pl., Marathon 15. Pl., Hindernisfahren 15. Pl., Endergebnis 17. Pl.
Dr. Dirk Sonntag aus Zülpich/Rheinland und Edwin Kiefer, aus Horb/Ba-Wü sind schon im vorigen Jahr von Welsh-Ponys auf Deutsche Reitponys umgestiegen.
Martin Thiemann fährt neben den bekannten westfälisch gezogenen Ben, Nathan u. Donnerhall Sir, inzwischen mit Ben Bently und Spezial 3 zwei Weser-Ems-Ponys.
Ergebnisse: Dressur 7. Pl., Marathon 1. Pl., Hindernisfahren 4. Pl.

Der 22jährige Thomas Köppen holte mit seinen Fjordies die Silbermedaille
Die eigentliche Überraschung der Meisterschaften war die Silbermedaille für den erst 22jährigen Thomas Köppen aus Dreieich/Hessen, der mit dem einzigen Fjord-Gespann Deutschlands die starke Konkurrenz aus dem Reitponylager gut aufmischen konnte. Offenbar ist sein Vater Alfred ein guter Lehrmeister.
Ergebnisse: Dressur 5. Pl., Marathon 3. Pl., Hindernisfahren 2. Pl.
Das Endergebnis der Kombi-S lautete: 1.Platz Tobias Bücker, 2.Pl. Thomas Köppen/Hessen, 3.Pl. Martin Thiemann, 4.Pl. Diethelm Kneifel/Hannover, 5.Pl. Steffen Abicht /Thüringen, 6.Pl.Gerhard Gerich/Sachsen-Anh.
Goldmedaille Tobias Bücker
Silbermedaille Thomas Köppen
Bronzemedaille Martin Thiemann

Aushängeschilder für den Deutschen Pony-Fahrsport
v.li Thomas Köppen, Tobias Bücker, Martin Thiemann
Der Länder-Pokal ging an den Landesverband Westfalen in der Besetzung Bücker, Thiemann, Kleffken-Wiederhold, gefolgt von Hannover-Bremen und Hessen.
Dank an Tobias Bücker für seine große Leistung. Seine erfolgreichen Welsh-Bs haben die Rasse Welsh als hervorragende Leistungsponys im Fahrerlager und darüber hinaus wieder ins Gespräch gebracht. Besondere Anerkennung gilt auch dem Zweiplatzierten Thomas Köppen, der sich mit seinem Einsatz, seiner Leistung und seinen Fjordies schon in jungen Jahren zielstrebig und durchsetzungsfähig einen guten Namen gemacht hat. Besondere Anerkennung gilt auch Martin Thiemann, der nach der Goldmedaille 2004 in Sachsenhausen erneut auf der Siegertreppe steht.